Geldwäsche: Nachweispflicht bei Bareinzahlungen ab 10.000 Euro

Die Überwachung wird immer dichter und die Kontrolle immer strenger – alles mit dem Argument der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die Überwachungspflichten wurden in den letzten Jahren immer weiter verschärft. Herabgesetzt wurde dabei auch die Schwelle für anonyme Bargeldzahlungen, z.B. beim Kauf von Goldmünzen und Goldbarren, Kunstwerken und Antiquitäten.

  • Bis Juni 2017 waren Barzahlungen beim Handel mit Gütern bis 15.000 Euro möglich, ohne dass der Kunde identifiziert werden musste. Beispielsweise konnten Goldbarren und Goldmünzen bis 15.000 Euro bar und anonym gekauft werden.
  • Zum 26.6.2017 wurde diese Identifizierungsschwelle herabgesetzt auf 10.000 Euro. Bei einem Bargeschäft über 10.000 Euro muss ein Ausweis vorgelegt werden.
  • Zum 10.1.2020 wurde die Schwelle für anonyme Bargeldgeschäfte mit Edelmetallen, wie Gold, Silber und Platin, weiter herabgesetzt – und zwar von 10.000 Euro auf 2.000 Euro. Als Bargeld gelten dabei auch Zahlungen mittels EC- oder Kreditkarte.

Aktuell gilt nun eine weitere Verschärfung für Bargeldeinzahlungen bei Banken: Ab dem 9.8.2021 müssen Kunden, die Bargeld bei ihrer Bank oder Sparkasse einzahlen, bei Beträgen ab 10.000 Euro die Herkunft des Geldes nachweisen. Dies bestimmt die Bankenaufsicht (BAFin) in ihren neuen „Auslegungs- und Anwendungshinweisen zum Geldwäschegesetz“ (veröffentlicht am 8.6.2021).

  • Die Regelung für Privatkunden gilt auch bei Einzahlung von mehreren Teilbeträgen, wenn die Gesamtsumme die Grenze von 10.000 Euro überschreitet.
  • Für sog. Gelegenheitskunden, die Bartransaktionen außerhalb einer Geschäftsbeziehung tätigen, gilt die Nachweispflicht bereits ab 2.500 Euro, z.B. beim Kauf von Edelmetallen oder beim Währungsumtausch. Wenn ein Kunde bei einem solchen Geschäft keinen Nachweis vorlegen kann, muss die Bank die Transaktion ablehnen.
  • Auch bei Einzahlungen an Geldautomaten über 10.000 Euro verlangt die Bank einen aussagekräftigen Herkunftsnachweis über das Geld. Dieser muss innerhalb von 4 Wochen vorgelegt werden.

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Geeignete Belege als Herkunftsnachweis können sein: ein aktueller Kontoauszug von einer anderen Bank, aus dem die Barauszahlung hervorgeht, Barauszahlungsquittungen einer anderen Bank, Sparbücher, aus denen die Barauszahlung hervorgeht, Verkaufs- und Rechnungsbelege (z.B. Belege zu einem Auto- oder Goldverkauf), Quittungen über Sortengeschäfte, letztwillige Verfügung, Testament, Erbschein oder ähnliche Erbnachweise, Schenkungsverträge oder Schenkungsanzeigen.

Aktuell hat die EU-Kommission am 20.7.2021 einen Plan vorgestellt, im Kampf gegen Geldwäsche u.a. eine EU-weite Barzahlungsobergrenze von 10.000 Euro einzuführen. Nach Auffassung der EU ließen sich hohe Barzahlungen nur schwer aufdecken und stellten für Straftäter somit eine gute Gelegenheit zur Geldwäsche dar. Eine Bargeldobergrenze mache es Kriminellen schwerer, den illegalen Ursprung ihrer Erträge zu verschleiern.

Terrorismusfinanzierung würde ebenso erschwert wie Schwarzarbeit. Denn anders als elektronische Einzahlungen oder Überweisungen hinterlassen Bargeldgeschäfte kaum Spuren. Nach Auffassung der Brüsseler Behörde ist ein EU-weites Limit von 10.000 Euro hoch genug, um den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel nicht infrage zu stellen.

Bereits heute besteht in 18 von 27 Mitgliedstaaten eine solche Bargeldobergrenze schon. Am niedrigsten ist sie mit 500 Euro in Griechenland, am höchsten mit 15.000 Euro in Kroatien. In Italien liegt die Obergrenze seit dem 1.1.2021 bei 1.000 Euro, in der Slowakei bei 5.000 Euro, in Belgien bei 3.000 Euro, in Dänemark bei 1.000 Euro, in Spanien bei 2.500 Euro. In Frankreich liegt die Obergrenze für französische Steuerzahler bei 1.000 Euro und für Ausländer bei 10.000 Euro.

8 Kommentare zu “Geldwäsche: Nachweispflicht bei Bareinzahlungen ab 10.000 Euro”:

  1. Claus Gerd Johannes

    Wer überprüft die Prüfer?
    Die eigentlichen Täter sitzen doch in der BaFin und in den Ministerien. Dies sah man bei den Cum-Ex-Geschäften und bei WireCard.
    Wir sollen doch nur gläsern gemacht werden. Dann können uns die Eliten nach Gusto prüfen, schikanieren, unsere Zahlungsmittel einfrieren oder konfeszieren? Wer prüft innerhalb eines Tages, ob das Vorgehen rechtmäßig ist? Spätestens nach einem Tag hat man Hunger. Den zu stillen ist ein Problem, wenn die Konten eingefrohren und das Bargeld abgeschafft ist.

  2. Joschi

    Wie groß ist denn der Zeitraum für gestückelte Bar Einzahlungen?
    Liegt die Nachweisgrenze von 10k€ bei einem Jahr? Oder kann man ohne Nachweis auch 9999€ innerhalb von 6 Monaten einzahlen?
    Ab wann begeht man das sogenannte smurfing?

  3. a.ursic

    diese Antwort wird in jedem forum vermieden , warum ? k.a.
    aber seltsam ist es

  4. Barbara-Maria Komske

    Kein Kommentar, ich habe erst eine Frage ! Wenn man alles so verschärft ist und noch mehr wird , dann frage ich mich wie es sein kann dass eine Bank eine alte Frau von 79 Jahren, eine Summe aus zahlt von 90.000 Euro und lässt die Dame alleine wieder gehen . Und nun ist das Geld weg keiner weis wo es geblieben ist nicht einmal die alte Frau. Und keiner will die Verantwortung übernehmen! Man kriegt nicht einmal denn Verlauf von der Bank wie und warum meine Mutter soviel Geld ausgehändigt wurde . Und meines Wissens ist ab 10.000 Euro eine Meldepflicht. Oder ist dass was anderes dass man einfach so eine hohe Summe auszahlen darf ? Bitte um eine Antwort! Dankeschön

    1. Thilo Rudolph Autor

      Hallo Barbara-Maria,

      bei der Nachweispflicht geht es immer um getätigte Einzahlungen oder Käufe von Wertgegenständen, um Geldwäsche zu verhindern.

      Die Frage, ob Banken eine Fürsorgepflicht bei hohen Bargeldauszahlungen haben oder nicht, ist keine Frage des verschärften Geldwäschegesetzes.

      Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen keine individuelle steuerliche Beratung durchführen dürfen. Bei tiefergehenden Fragen wenden Sie sich daher bitte für eine verbindliche Auskunft an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt in Steuerfragen in Ihrer Nähe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Thilo Rudolph
      Steuererklaerung-Polizei.de

  5. Volker Jasper

    Kein Wunder, daß über 60 Prozent der weltweiten Steuerfachliteratur in deutsch verfasst ist, wobei das beschriebene Problem ein EWR Problem ist. lächerlich

  6. MAX

    Es ist richtig schlimm geworden in diesem Land, Einkommensteuer Gewerbesteuer Ökosteuer MwSt die LISTE ist sehr lang überall Strafen und auf die Strafen kommen noch Bearbeitungsgebühren, Grundsteuern, Kirchensteuern, Kapitalsteuern usw……
    Alle werden extrem zu Kasse gebeten vom Brutto bleibt kaum noch Netto.

    Was ist auch sehr extrem finde ist dass aus dem ganzen Wirecard Skandal, die Anleger ihr ganzes Geld verloren haben und der Stadt hat davon 25% Kapitalsteuern kassiert. Bei der ganzen Wirecard Geschichte war der Stadt der absolute Gewinner und nein es war kein Stadtversagen, natürlich nennt man das so, weil es mit dem Wort Staatsversagen alles erledigt ist, für mich war es vorsätzliches Handeln. Man hat von den ganzen Milliarden Aktien Kapitalsteuern kassiert, man hat für alle Mitarbeiter jeden Monat Sozialabgaben kassiert, Einkommensteuern, Krankenkassenbeiträge usw…alle haben abkassiert. Am Ende reit ein Wort „Staatsversagen “ und das Thema ist vom Tisch. Ich könnte noch so viel reinschreiben hier…..für mich geht es in diesem Land nur um Abzocken jeder soll zahlen richtig zahlen.

    Bestes Beispiel aktuelle Benzinpreise, das wollten die Grünen schon immer, bei den Mieten spricht man wieder vom „Staatsversagen“ keine Mietbremse oder man hat zu spät reagiert.
    Aber hier hat der Stadt die doppelten Einnahmen, die Mieten haben sie fast verdreifacht und damit natürlich auch die Steuern und dreifachen Einnahmen für den Stadt.

    Jedes Haus was einmal oder mehrmals in diesem Lang verkauft werden jedes Mal Grundsteuern gezahlt, es ist Wahnsinn was der Stadt hier abkassiert.

    Von A bis Z durchorganisiert und abkassiert.

    Warum muss man im Rathaus egal für welches Dokument man benötigt zahlen!
    Wir zahlen Steuern für diese Leute und dann muss man für alles bezahlen und das nicht wenig.

    Ich könnte hier noch Stundenlang weiter schreiben.

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